Rezension:Liebesgedichte an Laura (insel taschenbuch) (Taschenbuch)

Wer liebend stirbt, stirbt einen schönen Tod ( Petrarca)

Der Lyriker Francesco Petrarca (1304-1374) lotet in den vorliegenden " Liebesgedichten an Laura" seine emotionalen Befindlichkeiten gegenüber dieser offenbar sehr schönen Frau aus. Dabei bleibt ungewiss, ob Laura tatsächlich gelebt hat oder ein Trugbild des Dichters war. Petrarca bespiegelt in seinen Gedichten seine Gefühlwelt, spricht von seinem Verlangen , seinem Seufzen, seinem Kummer und seinem Schmerz , der sich nach dem Tode Lauras noch verstärkt. Petrarca leidet an seinem Liebesgefühl. Dieses ist für ihn Lust und Qual zugleich.

Irritierend erscheint mir, dass nicht Laura ( Petrarcas Liebesobjekt), sondern in erster Linie die Gefühle des Lyrikers im Vordergrund seiner Dichtung stehen. Das hat zur Folge, dass Laura in all den wunderschönen Gedichten immer ein wenig wie eine idealisierte Fremde besungen wird, über die man spricht, die man aber selten konkret anspricht. Besonders beeindruckend , aber auch bezeichnend für Petrarcas distanzierte Grundhaltung ist das Gedicht über " Lauras Tod". Anders als in seinen Liebesgedichten an Laura spricht der Lyriker allerdings ausnahmsweise mal nicht von seinen Gefühlsirritationen.

Nicht wie die Flamme, die gewaltsam zum Erlöschen

gebracht wird, sondern wie eine, die sich selbst verbraucht,

ging die zufried`ne Seele in Frieden von dannen,

einem milden, hellen Lichte gleich, dem die Nahrung ausgeht.

So blieb sie bis zum Ende sich selbst treu.

Nicht bleich, nein, weißer als der Schnee,

der in der Stille auf einen schönen Hügel herabflockt,

schien sie sich niederzulegen wie jemand, der müde ist,

als überkäme süßer Schlummer ihre schönen Augen

und als wäre ihr Geist schon fern von ihr:

so war das, was die Toren sterben nennen.

Der Tod schien schön auf ihrem schönen Anlitz

Petrarcas Todessehnsucht nach dem Ableben Lauras wird immer wieder überlagert von Selbstvorwürfen.

Die feinsinnigen Gedichte zeigen die Widersprüche und Gefühlsschwankungen des melancholischen Lyrikers deutlich auf.





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