Rezension: Wislawa Szymborska. Glückliche Liebe und andere Gedichte (Gebundene Ausgabe)

Dieser Gedichtband enthält tiefsinnige Gedichte der im Februar 2012 in Krakau verstorbenen Literaturnobelpreis-
trägerin Wislawa Szymborska. Die Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin wurde am 2. Juli 1923 in Posen geboren und debütierte 1945 mit dem Gedicht "Ich suche das Wort".

Adam Zagajweski titelt das Nachwort "Einen Dichter wie sie gibt es kein zweites Mal" und skizziert in der Folge das Wesen dieser interessanten Frau, die die Konversation liebte und sich ausgefallenden Lektüren hingab, sich für unterschiedliche Wissenschaften begeisterte, deren Entwicklung sie verfolgte. Zagajweski lässt den Leser wissen, dass diese Lyrikerin das Modell des Dichters, der sich für Dichtung begeistern kann, ablehnte. Szymborska lachte viel, erfährt man. Das spricht natürlich auch für sie als Mensch.

Auf dem Hintergrund der europäischen Gegenwartslyrik zeichnen sich die Gedichte der Polin durch ihre Originalität aus. Zagajweski charakterisiert die Verse als intellektuell, konzentriert, auch witzig ironisch. Dieser Meinung schließe ich mich an.

Eine Rezension über einen Gedichtband ist nicht geeignet Gedichtinterpretationen dort vorzunehmen, aber es sollte dem Leser zumindest ein Vers aus dem rezensierten Band vorgestellt werden. Entschieden habe ich mich zu nachstehenden Zeilen aus dem Gedicht "Glückliche Liebe":

"Glückliche Liebe. Muss das sein?
Takt und Vernunft raten, sie zu verschweigen,
wie einen Skandal aus den höheren Lebenssphären.
Prächtige Kinder werden ohne sie geboren
Die Erde könnte sie niemals bevölkern,
sie kommt schließlich selten vor.

Sollen doch die Menschen, die sie nicht kennen,
behaupten, es gebe keine glückliche Liebe. 

Mit diesem Glauben leben und sterben sie leichter."

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