Rezension: Hafis Liebesgedichte- Insel-Bücherei

Dieser schöne Gedichtsband ist eine Sonderausgabe der Insel-Bücherei mit Gedichten des persischen Dichters Hafis, übertragen von Cyrus Atabay, der auch das Nachwort dazu geschrieben hat.

Goethe, so erfährt man dort, hat erstmals im Alter von 65 Jahren Gedichte von Hafis gelesen und war fasziniert davon, dass dieser Dichter alle Eigenschaften eines Poeten in besonders harmonischer Art in sich vereint hat.

Der große Frankfurter Sohn bewunderte die Vielschichtigkeit des Werkes von Hafis und damit wohl auch dessen geistige Transparenz, dessen Begeisterung für alles Lebende und die vollkommene Freiheit von jeglichem Dogmatismus.

Chaje Shams-ed-din Mohammad mit dem Beinamen Hafis wurde 1325 in Schiras geboren und verstarb 1390.

Die "Übersicht des Weltwissens" wie Goethe es nannte, erlangte er durch Selbststudium und wurde Lehrer in einer Koranschule und einer der berühmtesten Dichter seiner Zeit.

In seinen Versen geht er kritisch mit der Obrigkeit um, weil er in deren Tun nur Lüge, Heuchelei, Formalismus, Ränke und Dummheit sah.

Hafis war wie Goethe ein passionierter Weintrinker und verteidigte mutig seine persönliche Freiheit.

Die Gedichte sind von ganz besonderer Poesie. Die beigefügten Miniaturen führen in eine andere Zeit und in eine Kultur, die man als Mitteleuropäer mit "Tausendundeiner Nacht "in Verbindung bringt.

Berührend und gültig für alle Zeiten ist wohl sein Gedicht "Ich sagte: Ratlos bin ich deinethalben"

Empfehlenswert.

Helga König

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