Rezension:Else Lasker-Schüler - Franz Marc: Eine Freundschaft in Briefen und Bildern. Mit sämtlichen privaten und literarischen Briefen (Gebundene Ausgabe)

Dieses Buch ist der Freundschaft zwischen Else Lasker-Schüler und Franz Marc gewidmet und enthält sämtliche private und literarische Briefe, die die beiden sich geschrieben haben. Herausgeberin des reich bebilderten Buches ist Ricarda Dick.

Die künstlerische Zwiesprache nahm Franz Marc 1912 mit der ihm persönlich nicht bekannten Else Lasker-Schüler auf. Wenige Wochen später stellte sich Else Lasker-Schüler in ihrem ersten Brief an den Maler mit "Ich bin Jusuf, Prinz von Theben" vor. Der erste erhaltene Brief Marcs an die Dichterin besteht aus einem ganzseitigen Selbstporträt mit Pferd. Er schreibt: "Der Blaue Reiter präsentiert Eurer Hoheit sein blaues Pferd. Gruß von m. Gemahl, Euer Fz. M.

Ende 1912 kam es zur ersten Begegnung der beiden. Wie sich "der Faden wechselseitiger Inspiration" weiter entwickelte, machen die Briefe im Buch deutlich.. Es führt zu weit, auf die einzelnen, poetischen Briefe die phantasievoll gestalteten Karten, Zeichnungen und die vielen Abbildungen besonders schöner Briefseiten und Umschläge an dieser Stelle näher inhaltlich einzugehen. Den Briefwechsel zu lesen ist, das kann ich versprechen, ein großes Vergnügen.

Erwähnen möchte ich noch, dass Lasker-Schülers Roman "Der Malik" als Faksimile der Originalausgabe von 1919 im letzten Teil des Buches abgedruckt wurde.

Das Buch enthält auch Gedichte der Lyrikerin. Eines davon möchte ich hier zitieren, weil es mich besonders berührt: 
Wie soll ich dich rufen

Der Himmel trägt im Wolkengürtel 
Den gebogenen Mond 

Unter dem Sichelbild 
Will ich in deiner Hand ruhn 

Immer muss ich wie der Sturmwill. 
Bin ein Meer ohne Strand 

 Aber seit du meine Muscheln suchst
 Leuchtet mein Herz. 

 Das liegt in meinem Grund
 verzaubert. 

 Vielleicht ist mein Herz die Welt- 
-Pocht- 

 Und sucht nur noch dich- 
Wie soll ich dich rufen?

 Prinz von Theben. (R LSch.) 
(S.31) Empfehlenswert.

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